Holzmarktbericht Oktober 2026
Schleifholz verstärkt und anhaltend rege nachgefragt
Trotz hoher Energiepreise und anhaltender Unsicherheiten erwarten Wirtschaftsexperten eine leichte Konjunkturerholung, die vor allem von Industrie und Exporten getragen wird. Die Bauwirtschaft hingegen befindet sich im achten Jahr der Rezession. Seit 2018 gingen rund 25 % ihrer Bruttowertschöpfung verloren.
Die anhaltend schwache Baukonjunktur in Österreich, eingebrochene Auslandsmärkte aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen und Verunsicherung durch die Handelspolitik der USA erzeugen seit Monaten Druck beim Absatz von Nadelschnittholz. Die Nachfrage nach Nadelsägerundholz ist daher verhalten, auch weil die Rundholzlager aufgrund einer Belebung des Rundholzmarktes durch Kalamitätsholz zumeist gut bevorratet sind bzw. an die Möglichkeiten des Schnittholzabsatzes angepasst werden. Bereitgestelltes Rundholz wird noch zeitnah abtransportiert, einzelne Kontingentierungen sind jedoch bereits in Niederösterreich und der Steiermark zu verzeichnen. Die Preise stehen etwas unter Druck, regional wurden sie bereits angepasst. Unbeeindruckt der Marktentwicklung bei Fichte übersteigt die Nachfrage nach Lärche weiterhin das Angebot.
Aufgrund der deutlich geringeren Schnittholzproduktion und reduzierten Importmöglichkeiten ist die Nachfrage nach Industrierundholz anhaltend rege. Neben Faserholz wird nun auch Schleifholz wieder verstärkt nachgefragt. Frachtkapazitäten sind ausreichend vorhanden, der Abtransport der bereitgestellten Sortimente erfolgt rasch, ebenso die Übernahme. Buchenfaserholz wird bei stabilen Preisen normal nachgefragt.
Der Energieholzmarkt verläuft der Jahreszeit angepasst. Die Abnehmer versuchen zu Beginn der Heizsaison entsprechende Lager aufzubauen. Daher sind auch Mengen außerhalb von Langfristverträgen zu stabilen Preisen zu vermarkten. Nachfragesteigerungen bei qualitativ hochwertigem Scheitholz entsprechen ebenfalls der Jahreszeit, die Preise sind im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen und Pellets stabil.
Geplante Nutzungen sollten immer mit den Abnehmern vorab abgestimmt und schriftlich fixiert werden. Über die kommenden Monate ist vor allem der Fokus auf Waldhygiene zu legen und vom Borkenkäfer befallene Bäume aus dem Wald zu entfernen. Dabei sind auch Höhenlagen über 1.000 m miteinzubeziehen.
Mit 30. Dezember 2026 startet die Umsetzung der EUDR. Ab diesem Zeitpunkt ist für die kommerzielle Nutzung von Holz eine Identifikations- bzw. Referenznummer notwendig. Nähere Informationen dazu finden sie voraussichtlich ab 2. November 2026 auf www.eudr-meldung.at.
Alle angegebenen Preise beziehen sich auf Geschäftsfälle im Zeitraum September – Anfang Oktober 2026 und sind Nettopreise, zu denen die Umsatzsteuer zuzurechnen ist. Für den Holzverkauf an Unternehmer gelten folgende Steuersätze: bei Umsatzsteuerpauschalierung für alle Sortimente 13 %, bei Regelbesteuerung sind bei Energieholz/Brennholz 13 % und für Rundholz 20 % anzuwenden. Abweichungen und Änderungen vorbehalten.
Holzmarktbericht Oktober 2026
10_2026_Holzmarktbericht (PDF, 0.32MB)
10_2026_Preistabelle (PDF, 0.20MB)
