Holzmarktbericht Juni 2026
Industrierundholz rege nachgefragt
Die österreichische Wirtschaft zeigte im 1. Quartal 2026 mit 0,2 Prozent ein schwaches, aber stabiles Wachstum. Dabei lieferte die Industrie positive Impulse, während konsumnahe Dienstleistungen rückläufig waren.
Die Kriege in Nahost haben deutliche Spuren am Nadelsägerundholzmarkt in Österreich hinterlassen. Nach Italien ist der arabische Raum der wichtigste Absatzmarkt für österreichisches Schnittholz. Die Sägeindustrie rechnet daher für 2026 mit einer um 2 Prozent geringeren Produktion im Vergleich zum Vorjahr. Dementsprechend verhalten ist bei allgemein guter Rundholzversorgung auch die Nachfrage. Vor allem in den Schadgebieten der Steiermark kann der Holzabtransport aufgrund von Engpässen bei Frachtkapazitäten und Zufuhrbeschränkungen bei einzelnen Sägewerken mit der Aufarbeitungsgeschwindigkeit nicht Schritt halten. Im restlichen Bundesgebiet sind die Waldlager nahezu abgebaut. Kontingentierungen in der Anlieferung sind auch in Niederösterreich noch gegeben. Die Preise wurden regional angepasst und starten für das Leitsortiment Fichte, B, 2b+ bei zumindest € 110,-/FMO.Die Vermarktung von Kiefer gestaltet sich aufgrund eines skandinavischen Überangebotes und starkem Preisdruck bei Schnittholz wieder sehr schwierig. Lärche ist bei stabilen Preisen uneingeschränkt lieferbar.
Die Plattenindustrie verzeichnet deutlich reduzierte Altholzmengen, weshalb auch dort eine Nachfrage nach Industrierundholz gegeben ist. Die Nachfrage der Papier- und Zellstoffindustrie ist rege, weil die Rundholzlager kontinuierlich schrumpfen. Bereitgestellte Mengen werden rasch abtransportiert und ohne Verzögerung übernommen. Die Preise wurden zumeist angehoben. Buchenfaserholz wird zu stabilen Preisen abgesetzt.
Der Energieholzmarkt ist regional stark differenziert. In Kärnten verläuft die Nachfrage saisonüblich. In Niederösterreich ist aufgrund neuer Standorte für Nahwärmenetze ein durchwegs anhaltend hoher Materialverbrauch bemerkbar. In Oberösterreich hingegen ist eine Vermarktung von Mengen außerhalb von Langzeitverträgen nur schwer möglich.
Trotz Regenfällen in den letzten Wochen besteht österreichweit weiterhin ein deutliches Niederschlagsdefizit. Die Borkenkäfergefahr ist insbesondere bei Vorhandensein bruttauglichen Materials sehr groß. Daher sind die Bestände regelmäßig zu kontrollieren und notwendige Waldhygienemaßnahmen rasch gesetzt werden.
Alle angegebenen Preise beziehen sich auf Geschäftsfälle im Zeitraum Mai – Anfang Juni 2026 und sind Nettopreise, zu denen die Umsatzsteuer zuzurechnen ist. Für den Holzverkauf an Unternehmer gelten folgende Steuersätze: bei Umsatzsteuerpauschalierung für alle Sortimente 13 %, bei Regelbesteuerung sind bei Energieholz/Brennholz 13 % und für Rundholz 20 % anzuwenden. Abweichungen und Änderungen vorbehalten.
Holzmarktbericht Juni 2026
6_2026_Holzmarktbericht (PDF, 0.32MB)
6_2026_Preistabelle (PDF, 0.20MB)
