Holzmarktbericht Mai 2026
Fokus auf Waldhygienemassnahmen legen
Durch den nach wie vor andauernden Konflikt mit dem Iran hat sich die Wirtschaftsentwicklung auch in Österreich wieder deutlich verschlechtert. Vor allem die Energiepreise belasten Unternehmen und Konsumenten. In der Bauwirtschaft setzt sich damit auch die bereits schlechte Konjunktur weiter fort.
Aufgrund der wirtschaftlich angespannten Lage ist der Absatz von Nadelsägerundholz zurück gegangen. In Kombination mit einem hohen Angebot und zumeist gut bevorrateten Sägewerken ist die aktuelle Nachfrage nach Nadelsägerundholz sehr gering. Während in Niederösterreich sowie den Schadgebieten der Steiermark bestehende Waldlager wegen kontingentierter Zulieferung nur sehr zögerlich abtransportiert werden, sind diese im übrigen Bundesgebiet nahezu abgebaut. Die Preise wurden ob der Angebots-Nachfrage-Situation abgesenkt und liegen für das Leitsortiment Fichte, B, 2b+ zwischen € 110,- und € 128,-/FMO. Die Vermarktung von Kiefer ist sehr schwierig. Aufgrund der Witterung ist ein rascher Abtransport dringend erforderlich, um Qualitätsverluste durch Verblauung zu vermeiden. In diesem Zusammenhang sei auf den §19c) der Österreichischen Holzhandelsusancen verwiesen. Nach Bereitstellungsmeldung hat der Käufer sieben Werktage Zeit das Holz abzufrachten. Nach Ablauf dieser Frist geht das Risiko der Qualitätsverschlechterung auf den Käufer über. Zur Beweissicherung wird eine Fotodokumentation empfohlen.
Die Standorte der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie sind derzeit unterdurchschnittlich mit Nadelindustrierundholz bevorratet. Ein geringeres Angebot an Sägenebenprodukten, Altholz und Industrierundholz führte zu einer gestiegenen Nachfrage, die sich auch in gestiegenen Preisen widerspiegelt. Bereitgestellte Sortimente werden zügig abtransportiert und rasch übernommen. Auch beim Buchenindustrierundholz konnte regional eine Preissteigerung verzeichnet werden.
Der Energieholzmarkt ist regional differenziert zu betrachten. Während in Niederösterreich die verlängerte Heizsaison einen anhaltenden Materialverbrauch und entsprechenden Mehrbedarf bedingt, ist in Oberösterreich die Vermarktung abseits von Langfristverträgen schwierig. Im restlichen Bundesgebiet nimmt der Energieholzmarkt den saisonüblichen Verlauf. Einzelne Preissteigerungen sind auf gestiegene Bereitstellungskosten zurückzuführen.
Das Niederschlagsdefizit des Frühjahres ist weiterhin sehr ausgeprägt, die Disposition einzelner Bestände gegenüber Borkenkäferbefall hoch. Zudem ist regional aufgrund von Sturm und Schneebruch viel brutfähiges Material im Wald vorhanden. Der Fokus der Holzernte muss daher auf der Waldhygiene liegen: brutfähiges bzw. befallenes Holz aus dem Wald rasch entfernen und die Bestände konsequent auf Frischbefall kontrollieren.
Alle angegebenen Preise beziehen sich auf Geschäftsfälle im Zeitraum April – Anfang Mai 2026 und sind Nettopreise, zu denen die Umsatzsteuer zuzurechnen ist. Für den Holzverkauf an Unternehmer gelten folgende Steuersätze: bei Umsatzsteuerpauschalierung für alle Sortimente 13 %, bei Regelbesteuerung sind bei Energieholz/Brennholz 13 % und für Rundholz 20 % anzuwenden. Abweichungen und Änderungen vorbehalten.
Holzmarktbericht Mai 2026
5_2026_Holzmarktbericht (PDF, 0.32MB)
5_2026_Preistabelle (PDF, 0.20MB)
